Heizstrahler Test

Ein Heizstrahler, oder auch Strahlungsheizung bzw. Wärmewellenheizung genannt, ist eine Wärmequelle (Heizung), bei der die Wärmeabgabe durch Wärmestrahlung erfolgt. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwei verschiedene Bauformen: Niedrigtemperaturstrahler und Hochtemperaturstrahler.

Wirkprinzip und Anwendung

Bei einem Heizstrahler erhitzt elektrischer Strom einen sogenannten Glühkörper (Heizwendel oder Heizstab) . Die Hitze des Glühkörpers wird als Infrarotstrahlung abgegeben. In der Regel befindet sich hinter dem Glühkörper ein Spiegel, der die Infrarotstrahlen in eine bestimmte Richtung lenkt. Um den Glühkörper herum befindet sich immer ein Berührungsschutz, da hier regelmäßig Temperaturen über mehrere hundert Grad Celsius erreicht werden. Gegen einen Kurzschluss ist der Glühkörper mit einem Keramikkern geschützt.

Bei einem Heizstrahler wird die Wärmeenergie durch die Wärmestrahlung direkt übertragen. Das heißt, der Heizstrahler benötigt kein Überträgermedium wie Luft und funktioniert daher auch in einem Vakuum. Neben der Wärmestrahlung erwärmt der Heizstrahler über seine warmen Bauteile auch die ihn umgebene Luft.

Heizstrahler haben einige Vorteile im Wohnbereich. So ist die Raumlufttemperatur geringer als bei einer Konvektionsheizung – bei subjektiven Wärmeempfinden der Personen im Raum. Die verminderte Luftumwälzung trägt allgemein zu einem angenehmeren Raumklima bei (weniger trockene Luft). Auch die Staubbelastung ist durch einen Heizstrahler wesentlich geringer. Daher ist bei hohen Räumen und ungünstigen Luftströmungsverhältnissen (z.B. in stark frequentierten Durchgangsbereichen) eine Strahlungsheizung immer die erste Wahl. Nach dem Einschalten des Heizstrahlers steht die Wärme unmittelbar bereit. In Räumen, die selten oder nur sporadisch genutzt werden und daher weniger oder gar nicht beheizt werden, lässt sich mithilfe eine Heizstrahlers trotzdem ein gewisser (Wohn- und Nutzungs-)Komfort erzeugen.

Weitere Anwendungsgebiete von Heizstrahlern sind u.a. die Gastronomie (in der Küche oder als Outdoor-Heizung) sowie Badezimmer und über Wickelplätzen als Zusatzheizung. Eine Sonderform der Heizstrahler ist die Rotlichtlampe, die medizinisch eingesetzt wird. Die bedeutsamste Form des Heizstrahlers ist die Glühlampe. Etwa 95 Prozent der eingesetzten Energie wird dabei in Wärme umgesetzt. Die restlichen ca. fünf Prozent Energie werden bei einer Glühlampe jedoch im sichtbaren Spektrum emittiert.

Besondere Ansprüche müssen Heizstrahler erfüllen, wenn sie über Wickelplätzen eingesetzt werden sollen. Nicht nur der Abstand zwischen Strahler und Wickeltisch ist wichtig, da sonst Verbrennungs- und/oder Austrocknungsgefahr für das Baby besteht. Moderne Wickeltisch-Strahler schalten sich daher nach 10 oder 20 Minuten automatisch ab. Zu hoch sollte der Strahler über dem Wickeltisch allerdings auch nicht angebracht sein, da sonst die Wärme das Baby nicht erreicht. Abhängig von der Leistung wird ein Abstand zwischen Heizstrahler und Wickeltisch von ca. 100 cm empfohlen.

Niedertemperaturstrahler

Bei einem Niedertemperaturstrahler wird anderweitig erzeugte oder gespeicherte Wärmeenergie emittiert. Das Wärmeübertragungsmedium ist bei einem Niedertemperaturstrahler in der Regel Wasser. Dieses wird durch die Rohrleitung des Heizkörpers geleitet. Für kleine Anwendungen, zum Beispiel im Badezimmer, gibt es Niedertemperaturstrahler mit elektrischen Heizmatten. Die gängigste Bauform von Niedertemperaturstrahlern sind Fußboden-, Wand- und Deckenheizungssysteme. Darüber hinaus sind auch Sonderbauformen für spezielle Anforderungen wie beispielsweise Bauteilheizungen erhältlich.

Im Gegensatz zu einem Konvektionsheizkörper benötigen Niedertemperaturstrahler eine wesentlich höhere raumseitige Abstrahlfläche. Daher lassen sich Niedertemperaturstrahler in raumbegrenzenden Bauteile (Böden, Decken, Wände) integrieren. Der Vorteil dabei ist, dass dafür kein eigener Platzbedarf entsteht. Allerdings können die Systeme durch die Integration in raumbegrenzende Bauteile nur schlecht gewartet werden – andernfalls muss die Beschädigung des raumbegrenzenden Bauteils in Kauf genommen werden. Alternativ lassen sich Niedertemperaturstrahler auch als flaches Bauelement auf Wände und Decken applizierten. Vorteil dieser Lösungsalternativ ist die leichte Wartbarkeit. Von Nachteil ist allerdings, dass dadurch bei Wandsystemen Stellplätze für Regale wegfallen können.

Hochtemperaturstrahler

Im Gegensatz zum Niedertemperaturstrahler wird bei einem Hochtemperaturstrahler die Heizenergie direkt am oder im Abstrahlbauteil erzeugt und anschließend mit hoher Temperatur in die Umgebung abgestrahlt. Hochtemperaturstrahler kommen immer dann zum Einsatz, wenn über einen großen Abstand oder in einem größeren Umfang Heizenergie abgegeben werden soll. Anwendungsbeispiele sind u.a. elektrische Heizstrahler in Badezimmern (Badezusatzheizung) oder über Wickeltischen (Wickeltischwärmer) und Gasheizstrahler (z.B. Terrassenstrahler, umgangssprachlich „Heizpilze“ genannt, oder industrielle Hallenarbeitsplatzheizungen).

Durch die hohe Temperatur der Hochtemperaturstrahler besteht erhöhte Verbrennungsgefahr, zum Teil sogar deutlich erhöhte Brandgefahr. Daher ist die Verwendung von Hochtemperaturstrahler nicht überall erlaubt bzw. nur unter Auflagen (z.B. Abschirmungen, Anbringung der Strahler außerhalb der Arbeitsbereich, Mindestabstand zu anderen Gegenständen und Geräten etc.) möglich.